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Es ist schon merkwürdig! Über Nacht rückt ein kleines, unscheinbares Dorf in den Mittelpunkt der Presse-, Radio- und Fernsehberichterstattung.

Sogar der Ministerpräsident interessiert sich urplötzlich für dieses Dorf und schickt deshalb einen hochkarätigen Ministerialbeamten. Und dabei fing alles so harmlos an: Der Bürger­meister und der Dorfpfarrer, seit jeher Nachbarn, streiten wieder einmal, dass die Fetzen fliegen. Und das, wo doch die 1200-Jahr-Feier der Gemeinde ins Haus steht!

Der Bürgermeister ist derart von sich überzeugt, das er sich als Brunnenfigur auf der Mitte des Dorfplatzes verewigen lässt. Diese Selbstverherrlichung ist dem Pfarrer zuwider. Wen wundert es, dass er im Zorn meint, aus diesem Dorfbrunnen müsse schon Heilwasser fließen, damit er mit dem Bürgermeister zusammenarbeiten könne.


Dieser Ausspruch hat fatale Folgen! Der gerissene Opa und der Altknecht, zwei „kaisertreue Haudegen“ vom alten Schlag, nutzen die Ankunft von Feriengästen, um den „Wunsch“ des Pfarrers wahr werden zu lassen.

Angeblich sei ein Feriengast durch einen Sturz vom Heuboden schwer verletzt worden, aber durch die Berührung mit dem Brunnenwasser wieder geheilt, erzählt man sich. Daraufhin bricht das Heilwasser-Fieber aus. Bürgermeister und
Pfarrer werten dieses Phänomen als Ergebnis ihrer „blendenden Nachbarschaft“ und werden plötzlich Freunde.


Presse, Fernsehen und Radio lassen nicht lange auf sich warten, ebenso wenig der „Commerz“. Beflügelt durch unerwartete Einnahmen aus dem Heilwasserverkauf, planen die beiden nicht nur eine 1200-Jahr-Feier, sondern ein Jahrhundertereignis. Vorschnell wird ein vermeintlicher Opernstar engagiert. Doch an dessen Echtheit darf gezweifelt werden, denn der gewiefte Opa hat die Fäden in der Hand und bereitet dem Heilwasser-Fieber ein schnelles Ende.